Straßenbeleuchtung

Normen >>

Lampen >>

Leuchten >>

Betriebsweise >>

Einsparpotenzial >>

Umsetzung und Finanzierung >>

 

Die Beleuchtung von Straßen, Plätzen, Gehsteigen, Fassaden sowie die Weihnachtsbeleuchtung zählen oftmals zu den Aufgabenbereichen von Gemeinden. Im Folgenden wird speziell auf die Straßenbeleuchtung eingegangen.

 

 

Normen

 

Vorschriften für Lichteinsatz im Außenraum gibt es vor allem für Straßenbeleuchtung. Hier werden aus Sicherheitsgründen Wartungswerte festgelegt.

 

Die Verpflichtung zur Straßenbeleuchtung wird nicht dezidiert festgehalten, kann jedoch in Österreich aus verschiedenen rechtlichen Normen und aus der Rechtssprechung abgeleitet werden (Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch, Straßenverkehrsordnung, Verwaltungsgerichtshof).

 

Grundsätzlich wird Straßenbeleuchtung in der ÖNORM O 1051, ÖNORM O 1053 und in der Normenreihe ÖNORM EN 13201, Teil 1-4 geregelt.

 

Die Normenreihe ÖNORM EN 13201, Teil 1-4 gibt Wartungswerte der lichttechnischen Kenngrößen (z.B. Beleuchtungsstärken in Lux bzw. Leuchtdichten in Candela/m2) vor. Aus ökonomischen und ökologischen Gründen sollten die Wartungswerte als Maximalwerte betrachtet und höchstens minimal überschritten werden. Dies ist bei der entsprechenden Auswahl von wenig verschmutzenden Leuchten und langlebigen Lampen sowie durch die Festlegung von Wartungs-, Reinigungs- und Lampentauschzyklen einfach möglich.

 

Generell lassen sich in der Planung ökonomische und ökologische Belange, wie z.B. die Nachtabsenkung, mit der Normenreihe ÖNORM EN 13201, der ÖNORM O 1053 und ÖNORM O 1051 vereinbaren.

 

 

Natriumdampf-Hochdrucklampe
Natriumdampf-Hochdrucklampe
Leuchtdiode (LED)
Leuchtdiode (LED)
Leuchtstofflampe
Leuchtstofflampe
Metallhalogendampf-Hochdrucklampe
Metallhalogendampf-Hochdrucklampe
Quecksilberdampf-Hochdrucklampe
Quecksilberdampf-Hochdrucklampe
LED-Straßenleuchte
LED-Straßenleuchte

 

 

Die Leuchtdiode oder LED stellt eine sich rasant entwickelnde, zukunftsfähige Beleuchtungstechnologie dar. Es sind bereits qualitativ hochwertige Straßenleuchten im Handel erhältlich.

 

Für den umweltverträglichen Einsatz ist warmweißes Licht, d.h. eine niedrige Farbtemperatur (< 3.000 Kelvin) wünschenswert. Auch sollte das Licht der einzelnen Leuchtdioden durch intelligentes Optikdesign dorthin gelenkt werden, wo es gebraucht wird und keine Blendung verursacht.

 

 

Die Natriumdampf-Hochdrucklampe besitzt eine hohe Lichtausbeute und einen geringen Ultraviolett-Strahlungsanteil. Ihr gelbes Licht verbessert das Kontrastsehen.

 

Quecksilberdampf-Hochdrucklampen haben hingegen die geringste Energieeffizienz und aufgrund ihrer hohen Ultraviolett-Strahlung die größte Anlockwirkung auf Insekten. Ab 2015 sind die Lampen durch die EU-Verordnung (EG) Nr. 245/2009 im Handel nicht mehr erhältlich.

 

 

Leuchten

 

Viele der bisher gebräuchlichen Leuchten wie Kugelleuchten und einige Standard-Straßenleuchten strahlen ihr Licht in alle Richtungen ab. Das nach oben oder seitlich ausgestrahlte Licht steht dem Beleuchtungszweck nicht zur Verfügung und ist eine energie- und kostenintensive Verlustleistung, die wesentlich zur Lichtverschmutzung beiträgt. Empfohlen wird daher der abgeschirmte Leuchtentyp, sogenannte Full-Cut-Off Leuchten.

 

Die Reduzierung der Lichtpunkthöhe verhindert Beleuchtungskonzentrationen mit Fernwirkung. Das in die Umgebung abgestrahlte Licht wird vermindert, somit auch die Beeinträchtigung von Tieren. Niedrige Masthöhen von 4-6 Metern sind aus ökologischen Gründen vorzuziehen.

 

Straßenbeleuchtung in Hanglage wird günstigerweise talseitig der Straße situiert, um unnötige Fernwirkung zu vermeiden.

 

Gezielte Lichtlenkung durch Reflektoren und eine plane Leuchtenwanne sind gleichermaßen bedeutend wie geschlossene Gehäuse, welche verhindern, dass Insekten in die Lampe einfliegen.

 

 

Betriebsweise

 

Intelligente Lichtmanagementsysteme können eine bedarfsgerechte Beleuchtung realisieren.

 

Die Reduzierung der Beleuchtung sollte während verkehrsschwacher Nachtstunden von etwa 23 bis 5 Uhr erfolgen, saisonale Tageslichtschwankungen müssen berücksichtigt werden.

 

Im Fall der Halbnachtschaltung werden bei Errichtung der Anlage bereits Leuchten mit zwei Lampen vorgesehen. Bei Bedarf kann eine Lampe ausgeschaltet werden. In Wien sparte allein die Vorverlegung des Zeitpunktes der Halbnachtschaltung von 24:00 auf 23:00 Uhr ca. 220.000 Euro pro Jahr (Sterne und Weltraum, 2008).

 

Durch den Einbau von Reduzierschaltungen kann die Leistung der Lampe gedimmt und somit dem Lichtbedarf angepasst werden. Dimmen ist bei LEDs sowie Leuchtstofflampen bedenkenlos möglich. Durch spezielle Vorschaltgeräte sind in gewissen Leistungsbereichen auch Hochdruckdampflampen stufenlos dimmbar.

 

 

Einsparpotenzial

 

Durchschnittlich werden 45 Prozent des öffentlichen Strombudgets in Gemeinden für die Straßenbeleuchtung ausgegeben (Beleuchtungs-Check in Tiroler Gemeinden - Energie Tirol, 2010/2011).

 

Bei veralteter Technik im Bestand hat Straßenbeleuchtung ein sehr großes Einsparpotenzial, sowohl im Stromverbrauch, als auch in den damit verbundenen Kosten und Kohlendioxidemissionen.

     

Bei der Umrüstung ist meist eine gänzliche Erneuerung der Beleuchtung notwendig. Dies ist mit erheblichen Kosten verbunden, jedoch langfristig betrachtet energie- und kostensparend.

 

Nach einer Optimierung der Beleuchtung ist in Gemeinden mit durchschnittlich 30 Prozent Energieeinsparung zu rechnen (Beleuchtungs-Check in Tiroler Gemeinden - Energie Tirol, 2010/2011).

 

 

Umsetzung und Finanzierung

 

Aufgrund der vielfältigen Angebote am Markt und der spezifischen Projektbedingungen ist das Beiziehen eines Lichtplaners unverzichtbar. Im Vorfeld ist es ratsam, Informationen über Förderungsmöglichkeiten einzuholen.

 

Folgende praktische Vorgehensweise für die Verwirklichung einer neuen Beleuchtungsanlage wird von der Lichttechnischen Gesellschaft Österreichs vorgeschlagen (Arbeitskreis Öffentliche Beleuchtung und Energieverbrauch, 2009):

  • Ist-Zustand der Beleuchtungsanlage analysieren
  • Modernisierungsbedarf ermitteln – dabei die Langfristigkeit der Entscheidung beachten
  • Alternativen prüfen und Angebote einholen
  • Alternativen bewerten – technisch, ökonomisch & ökologisch
  • Erneuerungsplan bzw. Beleuchtungskonzept erstellen
  • Finanzierungsmöglichkeiten prüfen – von Eigenfinanzierung bis Contracting
  • Umsetzung, Öffentlichkeitsarbeit und Erfolgskontrolle

Eine häufig genutzte Finanzierungsform ist Contracting. Dabei werden Investitionen, die zur Einsparung von Energie- und Wartungskosten führen sollen, durch einen Contractor vorfinanziert. Der Contractor holt sich seine Investitionen aus den erzielten Einsparungen wieder zurück. In der Praxis haben sich vielfältige Formen von Contracting entwickelt. Insbesondere sollte jedoch auf Rahmenbedingungen wie Wartungsdienst, Laufzeit, Haftungsfragen, Einhaltung der Normen, Festlegung diverser Garantien etc. geachtet werden. Das Hinzuziehen von unabhängigen Beratungsstellen wird empfohlen.