Projekte

Verlust der Nacht >>

Anlockwirkung moderner Leuchtmittel auf nachtaktive Insekten >>

Künstliches Licht und Insekten >>

Life at Night >>

Beleuchtungs-Check in Tiroler Gemeinden >>

Nachthimmel Linz >>

Lightmeter Network >>

Wie viele Sterne sehen wir noch? >>

 

Zahlreiche Initativen im In- und Ausland setzen sich für eine effiziente und umweltverträgliche Außenbeleuchtung ein, beschäftigen sich mit Lichtverschmutzung und den Auswirkungen des künstlichen Lichts.

 

 

Verlust der Nacht

Projektträger: Leibnitz Gemeinschaft e.V.

 

Auf Grundlage der Forschungsergebnisse sollen Lösungsansätze für moderne Beleuchtungskonzepte und nachhaltige Techniken entstehen.

 

Der "Verlust der Nacht" ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund.

 

Licht und Lichtverschmutzung wird in Einzelprojekten umfassend betrachtet - von Kulturgeschichte bis Ökologie, Astronomie, Gesundheit, Sozioökonomie und Lichttechnik.

 

 

 

 

Anlockwirkung moderner Leuchtmittel auf nachtaktive Insekten

Projektträger: Tiroler Landesmuseen, Tiroler Umweltanwaltschaft, gefördert durch den Tiroler Naturschutzfonds

 

Ziel der Studie ist, das "insektenfreundlichste" Leuchtmittel und dessen lichttechnische Eigenschaften herauszufinden. Die Ergebnisse bieten Konsumenten Informationen über den naturfreundlichen Einsatz von Licht im Außenbereich und der Beleuchtungsindustrie eine Grundlage für die Herstellung bzw. Vermarktung umweltverträglicher Leuchtmittel.

 

Erste Sichtung und Sortierung der Insekten

Der Leuchtmittelvergleich 2010 ergab, dass sich insbesondere LEDs mit geringer Farbtemperatur (< 3.000 Kelvin) als "insektenfreundlichste" Lampentypen herausstellten. In der Anlockkraft gefolgt wurden Leuchtdioden von der Natriumdampf-Hochdrucklampe und den drei untersuchten Metallhalogendampf-Hochdrucklampen (Keramik- bzw. Quarzbrenner, mit Ultraviolett-Filter).

 

Eine weitere Feldstudie im Sommer 2011 mit einem lichttechnisch optimierten Versuchsaufbau bestätigte das Vorergebnis. Dabei hatte das LED-Leuchtmittel mit warmweißer Lichtemission (ca. 2.700 Kelvin) die geringste Anlockwirkung. Die Natriumdampf-Hochdrucklampe fungierte als Referenzleuchtmittel und lockte insgesamt ca. 65 Prozent mehr Insekten als die getesteten LEDs an.

 

Als neue Erkenntnis weist die 2011 durchgeführte Studie nach, dass es für die Anlockwirkung keine Rolle spielt, ob das Licht über eine große, diffus leuchtende Fläche geringer Leuchtdichte oder beispielsweise über eine kleine besonders hell leuchtende Flächen mit sehr hoher Leuchtdichte abgegeben wird. Dies erlaubt der Beleuchtungsindustrie den Einsatz vielfältiger optischer Systeme für eine präzise und effiziente Lichtlenkung und Lichtverteilung der LEDs.

 

In den Anlocktests 2010/2011 wurde durch die Verwendung eines Ultraviolett‐absorbierenden Zylinders von keinem getesteten Leuchtmittel Ultraviolett‐Licht emittiert. Weshalb LEDs im Vergleich zu anderen als ökologisch einigermaßen verträglich eingestuften Leuchtmitteln wie Natriumdampf‐Hochdrucklampe in Summe signifikant weniger Insekten anlocken ist noch ungeklärt.

 

Bei Interesse an der Feldstudie 2011 schreiben Sie bitte ein Email an s.suchy(at)tiroler-umweltanwaltschaft.gv.at. Bei Interesse an dem lichttechnischen Abschlussbericht 2011 schreiben Sie bitte ein Email an markus.laner(at)bartenbach.com.

 

 

 

Künstliches Licht und Insekten

Projektinitiator: Dr. Gerhard Eisenbeis, Universität Mainz

 

Ziel der Studien ist, die Anziehungskraft von Straßenlampen auf Insekten herauszufinden.

 

Schwammspinner (Lymantria dispar)

Im Rheinhessenprojekt 1997 und im Projekt Fleher Deich in Düsseldorf 2008 wurde von Dr. Gerhard Eisenbeis der Insektenanflug über eine gesamte Sommerflug-Periode verfolgt.

 

Dabei wurde gezeigt, dass Lampen mit starker Abstrahlung im Ultraviolett-, blauen und violetten Bereich eine große Anziehungskraft auf Insekten ausüben.

 

Nach Quecksilberdampflampen haben Metallhalogendampflampen, gefolgt von Natriumdampf-Hochdrucklampen die größte Anziehungskraft auf Insekten.

 

An Natrium-Niederdrucklampen und Leuchtdioden findet nur ein geringer Anflug statt. Die Ergebnisse gelten für das Gros der Insekten (Eisenbeis in Posch, Freyhoff & Uhlmann, 2010).

 

 

 

 

Life at Night

Projektinitiatorin: Dr. Mojca Stojan-Dolar

 

Das Ziel des Life+ Projektes ist die Minimierung bzw. Optimierung der Beleuchtung von historischen Gebäuden. Damit werden nachtaktive Tiere, wie Nachtfalter und Fledermäuse geschützt.

 

Kirchenanstrahlung

Bestrahlte historische Bauwerke, wie Kirchen sind häufig Quelle des künstlichen Lichts in ländlichen Gebieten, insbesondere auch im alpinen Raum.

 

Durch das Projekt wird ein technisches Regelwerk für energieeffiziente und umweltfreundliche Beleuchtung denkmalgeschützter Bauwerke erarbeitet und in die breite Öffentlichkeit getragen. Der Maßnahmenkatalog soll EU-weit Anwendung finden.

 

Durch das Projekt wird der Prototyp einer idealen Gebäudeanstrahlung entwickelt sowie an 21 ausgewählten Kirchen getestet.

 

 

 

Beleuchtungs-Check in Tiroler Gemeinden

Projektträger: Energie Tirol, Land Tirol, Tiroler Umweltanwaltschaft

 

Mit dem Beleuchtungs-Check wird eine energieeffiziente und umweltverträgliche Beleuchtung in Tiroler Gemeinden gefördert.

 

Veraltete Anlagentechnik führt in vielen Gemeinden zu hohen Stromkosten und stark steigenden Wartungskosten, darüber hinaus schadet sie auch der Natur und Umwelt.

 

Fünf Lichttechniker führten eine Bestandserhebung der Straßen- und Objektbeleuchtung in zwanzig Tiroler Gemeinden durch. Daraus wurde das Optimierungspotenzial in Hinblick auf Energieverbrauch und Stromkosten abgeleitet. Nach einer Optimierung der Beleuchtung in den Gemeinden ist mit durchschnittlich 30 Prozent Energieeinsparung zu rechnen, diese entspricht ungefähr 440.000 kWh.

 

Durch Straßenbeleuchtungs-Checks wurden bereits 40 Tiroler Gemeinden informiert und beraten. Weitere Checks sind in Planung.

 

 

 

Nachthimmel Linz

Projektträger: Dr. Dietmar Hager

 

Die Homepage soll Orte mit vorbildlicher Stadtbeleuchtung solchen mit schlechter gegenüberstellen.

 

Lichtsäule in Linz

Für Entscheidungs- und Funktionsträger als auch die interessierte Öffentlichkeit werden Stellen mit Handlungsbedarf bildhaft dargestellt, im Gegensatz dazu auch positive Beleuchtungsbeispiele gezeigt.

 

Rote, grüne und gelbe Punkte auf einer Luftbildkarte von Linz stellen Plätze dar, an welchen Beleuchtungen fotografiert werden. Wobei grün ein positives Beispiel symbolisiert, d.h. umweltfreundliche, energieeffiziente und gesundheitserhaltende Beleuchtung. Gelb bedeutet unbestimmt und rot kennzeichnet exzessive, blendende bzw. ineffizient eingesetzte Beleuchtung.

 

Es besteht die Möglichkeit, an die Administratoren der Website Bilder zu senden, welche evaluiert und anschließend entsprechend zugeordnet werden.

 

 

 

Lightmeter Network

Projektträger: Thüringer Landessternwarte Tautenburg, Kuffner Sternwarte Wien

 

Ziel der Initiatoren ist, dass Lightmeter an möglichst vielen Stellen weltweit in Einsatz kommen und die Auswertung der Daten ein aussagekräftiges Bild über die Aufhellung des Nachthimmels ergibt.

 

Lightmeter

Lightmeter sind Geräte, welche bestenfalls langfristig die Zunahme der Lichtverschmutzung dokumentieren.

 

Das Lightmeter ist günstig in der Anschaffung und einfach zu installieren, via USB muss es an einen PC angeschlossen werden.

 

Die Daten werden von der Thüringer Landessternwarte und der Kuffner Sternwarte zusammengetragen und ausgewertet.

 

Ein Prototyp des Lightmeters ist seit 2006 im Einsatz, derzeit messen weltweit bereits einige Dutzend Geräte dauerhaft den Nachthimmel.

 

 

 

Wie viele Sterne sehen wir noch?

Projektträger: Kuffner Sternwarte Wien

 

Mit der Beobachtungsaktion werden Menschen für Lichtverschmutzung und Astronomie sensibilisiert, zudem wird die Aufhellung des Nachthimmels ausgewertet.

 

Lichtsmog über Moskau

Am Nachthimmel über Österreich sind durchschnittlich 450 Sterne sichtbar. Aufgrund der Lichtverschmutzung sehen wir im urbanen Raum nur noch 10 Prozent der leuchtenden Himmelskörper.

 

Auf Initative des Vereins Kuffner Sternwarte läuft seit Anfang 2009 die zweite Kampagne "Wie viele Sterne sehen wir noch?". Es handelt sich um eine Beobachtungsaktion, an der jede und jeder teilnehmen und den Anblick des Nachthimmels am jeweiligen Wohnort erfassen kann. Kernstück der Beobachtungen sind die Sternbilder "Kleiner Wagen" und "Orion".

 

Anleitung und vorgefertigte Sternkarten finden Sie auf der folgenden Homepage, auch Ergebnisse können hier eingetragen werden.