In der Nacht sind alle Falter grau?

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In Österreich leben in etwa 4.000, in Tirol ca. 2.700 verschiedene Schmetterlingsarten. Rund 85 Prozent davon sind nachtaktiv. Nachtfalter sind ein wichtiger Faktor im Stoffkreislauf, z.B. als Nahrungsgrundlage für Fledermäuse und Amphibien oder als Pflanzenbestäuber.

 

"Jede Schmettlerlingsart gibt direkte Auskunft über die Lebensumgebung", so Dr. Peter Huemer, Mitarbeiter der naturkundlichen Sammlung der Tiroler Landesmuseen. Nachtfalter werden in unserer Natur- und traditionellen Kulturlandschaft in hohen Arten- und Individuenzahlen angetroffen. So lange ökologische Nischen wie Gehölzgruppen, Hecken und Ackerrandstreifen vorhanden sind, kommen sie selbst in der intensiv genutzten Umgebung des Menschen vor.

 

 

Lebensraum Magerwiesen

 

Die nährstoffarmen Graslandtypen werden ein- bis zweimal im Jahr gemäht und nicht bzw. schwach gedüngt oder extensiv beweidet. Sie beherbergen im Vergleich zu intensiv genutzten Wiesen und Weiden eine vielfältige Nachtfalterfauna sowie zahlreiche gefährdete Arten.

 

Vielzahn-Johanniskrauteule (Actinotia polyodon)
Trockenrasen-Grüneule (Calamia tridens)
Umbra-Sonneneule (Pyrrhia umbra)
Wolfsmilchschwärmer (Hyles euphorbiae)

 

 

Lebensraum Hecken und Gehölzgruppen

 

Hecken sind Bestandteile der traditionellen Kulturlandschaft. Mit ihren krautreichen Saumbereichen sind sie Lebensstätte und Nahrungsquelle vieler Falterarten.

 

Ligurisches Nachtpfauenauge (Saturnia pavoniella)
Roseneule (Thyatira batis)
Gelber Rosen-Bindenspanner (Cidaria fulvata)
Gelbes Ordensband (Catocala fulminea)

 

 

Lebensraum Wälder und Waldränder

 

Viele Nachtfalter leben in naturnahen und laubbaumreichen Wäldern, sie bevorzugen lichte Waldmäntel und -säume. Die Eiche beispielsweise ist Kinderstube von über 200 Schmetterlingen.

 

Großes Nachtpfauenauge (Saturnia pyri)
Eichenkarmin (Catocala sponsa)
Augsburger Bär (Pericallia matronula)
Jägerhütchen (Pseudoips prasinana)

 

 

Feuchtlebensräume

 

Feuchtstandorte sind Lebensraum so mancher "Spezialisten", das sind auf ein Habitat angepasste Arten, die nur hier vorkommen. Moorschmetterlinge haben ihre besten Bestände an der Peripherie des Moores z.B. im Übergangsbereich zu blütenreichen Streuwiesen.

 

Röhricht-Goldeule (Plusia festucae)
Rohrbohrer (Phragmataecia castaneae)
Purpurstreifen-Zwergspanner (Idaea muricata)
Spitzflügel-Graseule (Mythimna straminea)

 

 

Lebensraum Gewässer

 

Bruchwaldreiche Ufer stehender Gewässer sowie naturnahe Fließgewässer, wie im Bereich der Donau-Auen oder Abschnitte des Tiroler Lech weisen eine hohe Standort- und Strukturvielfalt auf. Dies bedingt eine artenreiche Schmetterlingsfauna, die in den einst ausgedehnten Naturräumen reichlich Platz fand. Heutzutage sind nur noch kleine Refugien übrig, dementsprechend hoch ist die Gefährdung der Falter von Gewässerlebensräumen.

 

Jakobskrautbär (Tyria jacobaeae)
Mondvogel (Phalera bucephala)
Fledermausschwärmer (Hyles vespertilio)
Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata)

 

 

Lebensräume im Gebirge

 

Natürliche und ursprüngliche Lebensräume, wie Zwergstrauchheiden, Fels- und Schuttfluren prägen die von urbaner Lichtverschmutzung wenig beeinflusste Gebirgslandschaft. Die Vielfalt an Falterarten ist groß und die Individuenanzahl enorm. Mit zunehmender Höhe nimmt die Artenzahl rasch ab, doch selbst über 3.000 m Seehöhe leben in den Alpen noch etliche Schmetterlingsarten. Aufgrund der kalten Nachttemperaturen sind sie häufig tagaktiv, die Flugunfähigkeit der Weibchen als Anpassung an das windige Hochgebirgsklima ist weit verbreitet.

 

Windenschwärmer (Agrius convolvuli)
Eichenspinner (Lasiocampa quercus)
Fetthennen-Steinspanner (Charissa glaucinaria)
Hochalpen-Graseule (Agrotis fatidica)

 

 

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