Leuchtender Mülleimer

"Lichtmüll"

 

"Lichtmüll" ist jenes Licht, welches keinem Beleuchtungszweck dient und im Gegensatz zu Müll weder entsorgt noch verwertet, sondern nur verhindert werden kann. Es entsteht durch ineffizienten Einsatz und exzessiven Gebrauch.

 

Licht wurde im Laufe des letzten Jahrhunderts aufgrund der Fortschritte der Beleuchtungstechnologie und der niedrigen Energiekosten zu einer billigen Ware. Aus ökonomischen Gründen bestand daher immer weniger Anlass zu jeglichem Nachdenken über den sorgfältigen Umgang damit (Posch in Posch, Freyhoff & Uhlmann, 2010).

 

 

Shanghai bei Nacht

Licht-Wettrüsten

 

Das menschliche Sehorgan kann sich relativ schnell von Dunkelheit an helles Licht anpassen. Für die Dunkeladaption, den Übergang von hellem Licht zu Dunkelheit, benötigt das Auge hingegen längere Zeit, bis es die optimale Sehfunktion wiedererlangt.

 

Durch Werbung, Effektbeleuchtungen und Anstrahlungen entsteht so der Wunsch, dunklere Bereiche noch heller auszuleuchten, wodurch ein "Wettrüsten" ausgelöst wird (Hänel in Posch, Freyhoff & Uhlmann, 2010).

 

Die Gefahr besteht, dass im Außenraum immer mehr Licht von immer effizienteren Leuchtmitteln freigesetzt wird.

 

 

Europa bei Nacht

Zahlen und Fakten

 

Die Beleuchtung benötigt weltweit 19 Prozent des Elektrizitätsverbrauchs, in der Europäischen Union sind es 16 Prozent. Davon entfallen 80 Prozent auf Industrie- und Bürobeleuchtung, Verkaufsbeleuchtung und Straßenbeleuchtung etc., 20 Prozent auf die Beleuchtungen privater Haushalte

(http://www.strassenlicht.de/..., August 2011).

 

Öffentliche Beleuchtung in Wien:

150.000 Beleuchtungskörper, 227.000 Lampen, 2.850 km beleuchtete Wege und Straßen, 14.000 kW Gesamtanschlusswert, 56 Millionen kWh Jahresverbrauch

(http://www.wien.gv.at/verkehr/licht/..., August 2011).

 

 

Einsparpotenzial

 

Optimierte Beleuchtung garantiert vielerorts geringeren Stromverbrauch, weniger Kosten sowie einen niedrigeren Ausstoß an Kohlendioxid.

 

Durch effiziente Straßenbeleuchtung können in Österreich rund 300 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr eingespart werden, in anderen Worten 45 Millionen Euro (bei angenommenen 0,15 Euro/kWh) oder 58.500 Tonnen CO2 (http://www.gemeindebund.at/..., Juni 2011; http//www.e-control.at/..., August 2011).

 

 

Kohlendioxid (CO2)

 

Bei der Produktion, im Betrieb und bei der Entsorgung aller Produkte, die für die Erzeugung von Licht notwendig sind, fällt Kohlendioxid an. Durch Beleuchtung werden so indirekt jährlich tausende Tonnen Kohlendioxid produziert. Messbar und vergleichbar ist dies vor allem durch den Stromverbrauch im Betrieb.

 

Bei der Stromerzeugung, insbesondere bei der Verbrennung von nicht erneuerbaren Energieträgern, wird Kohlendioxid emittiert. Übermäßiges CO2 in der Atmosphäre fördert den Treibhauseffekt, welcher die Klimaerwärmung beschleunigt.

 

Beim Einsatz effizienter Beleuchtung kann die eingesparte Energie von Kilowattstunden direkt in die eingesparte Kohlendioxid-Emission umgerechnet werden. Durchschnittlich fallen beim österreichischen Stromverbrauch ca. 195 Gramm/Kilowattstunde CO2 an. Laut UCTE-Mix sind es europaweit ca. 432 Gramm/Kilowattstunde CO2 (Stromkennzeichnungsbericht 2010, Energie-Control GmbH, http//www.e-control.at/..., August 2011).

 

Effiziente Beleuchtung ist daher auch ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz!