Lichtverschmutzung und Astronomie

 

Lichtglocken, die nachts nahezu alle Städte in der industrialisierten Welt einhüllen, lassen im Durchschnitt 90 Prozent der mit freiem Auge sichtbaren Sterne verschwinden.

 

Astronomische Phänomene, wie Sternschnuppen und leuchtende Kometen können nur noch fernab der Städte, unbeeinflusst von jeglicher Lichterflut, beobachtet werden.

 

Nachthimmel über der Mongolei, einer ländlichen Gegend in Niederösterreich und über Wien

 

Selbst in klaren Nächten kann nur etwa die Hälfte der Bevölkerung Europas die Milchstraße sehen (Rietschel in Leibniz-Gemeinschaft, 2009).

 

 

Astronomisches Observatorium

"Flucht" astronomischer Observatorien

 

Seit dem Aufkommen künstlicher Beleuchtung haben Astronomen das Problem der Lichtverschmutzung erkannt. Vor allem in städtischen Observatorien wurde die Beobachtung des Nachthimmels massiv erschwert, immer mehr Sternwarten "flüchteten" in ländliche Gebiete.

 

Mittlerweile sind Berufsastronomen gezwungen, ihre Observatorien auf entlegenen Berggipfeln zu errichten. Das derzeit größte Teleskop der Welt befindet sich auf einer etwa 2.600 Meter hohen Erhebung in der chilenischen Atacama-Wüste.

 

Gesetzliche Regelungen sorgen in Chile und in weiteren Ländern mit astronomischen Observatorien dafür, dass in der Umgebung dieser Einrichtungen nicht mehr künstliches Licht abgestrahlt wird als nötig.

 

Die Atmosphäre streut blaues Licht deutlich stärker als rotes Licht, deshalb ist der wolkenlose Taghimmel blau. In der Summe sind blaue bzw. kaltweiße Lichtquellen hochwirksame Lichtverschmutzer, sie stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Astronomie dar.

 

 

Mobile Volkssternwarte

Programme zum Schutz des Nachthimmels

 

Die "International Dark Sky Association" und andere Organisationen haben Programme zum gezielten Schutz des Nachthimmels und der natürlichen Nachtlandschaft ins Leben gerufen. Dadurch können Lichtschutzgebiete (sogenannte "Dark Sky Preserves") ausgewiesen werden, wie sie in Österreich in der Gemeinde Großmugl und im Ostalpinen Raum (Wildnisgebiet Dürrenstein, Nationalpark Kalkalpen und Gesäuse) angestrebt werden.

 

Lichtschutzgebiete sind auch aus touristischer Sicht interessant, sie können zukünftig verstärkt von "Astro-Tourismus" profitieren. Insbesondere in den Zentralalpen gibt es Bereiche, in welchen der Anblick des Sternenhimmels in klaren Nächten atemberaubend ist. In einigen Ländern, u.a. in den USA, Kanada und Ungarn, gibt es bereits Gebiete, in denen der Nachthimmel eigens geschützt wird.