Bürgerbefragung Straßenbeleuchtung in der Gemeinde Adnet

 

Die BewohnerInnen der Siedlung Waidach in der Salzburger Gemeinde Adnet haben mehrheitlich (55 %) gegen die Installation einer Straßenbeleuchtung gestimmt.

 

Der Bürgermeister Wolfgang Auer vermutet, dass Sparwille und Befürchtung vor Lichtbelästigung zu der Entscheidung geführt hat. JedeR BewohnerIn konnte in die Pläne Einsicht nehmen. Auch waren einige BürgerInnen an den Kosten des Projekts interessiert, 50.000 Euro Baukosten und jährlich 1.500 Euro Betriebskosten wären angefallen. Wolfgang Auer freut sich, dass 84 Prozent der Haushalte an der Befragung teilgenommen haben und mittels direkter Demokratie aktiv an der Gestaltung ihrer Gemeinde mitarbeiten.

 

 

 

Intelligente Steuerungssysteme

 

"Mitlaufendes Licht" oder "Licht per Anruf" - kluge Systeme, welche bedarfsgerecht beleuchten sind nicht mehr nur Theorie, sondern werden bereits in der Praxis erfolgreich eingesetzt. Die Gesetzmäßigkeit für den sorgsamen Umgang mit Licht wird dabei berücksichtigt: "einschalten, wenn Licht gebraucht wird, ausschalten, wenn es nicht gebraucht wird". Die einfachste Möglichkeit dazu ist die Begrenzung der Beleuchtungsdauer, aber auch eine Reduzierschaltung tut ihren Zweck.

 

Ausgeklügelte Systeme reagieren auf Bewegung. So werden Leuchten mit reduziertem Licht durch Bewegungs- und Funksignale heller und hinter dem Fußgänger oder Auto wieder dunkler. Energieeinsparungen von 70 bis 85 Prozent können erwartet werden. Mit einer weiteren Technologie kann per Telefonanruf Außenraum je nach Bedarf von jedem Bürger temporär beleuchten werden.

 

Doch nicht nur für kleinere Gemeinden und abgelegene Verkehrswege sind diese Steuerungssysteme von Bedeutung, auch in der Millionenstadt Jakarta entwickeln indonesische Forscher eine Alternative für die Dauerbeleuchtung.

 

 

 

Frankreich verzichtet auf beleuchtete Schaufenster und Fassaden

 

Mit dem 01.07.2013 tritt in Frankreich eine Verordnung zur Außenbeleuchtung in Kraft. Diese sieht einen Verzicht auf Schaufenster- und Fassadenbeleuchtungen von öffentlichen Gebäuden und Geschäftshäusern zwischen 01:00 und 06:00 Uhr morgens vor.

 

Wenn der Laden oder das Unternehmen später schließt, muss das Licht spätestens eine Stunde nach Geschäftsschluss ausgeschaltet werden. Öffnet ein Geschäft früher, darf das Licht eine Stunde vorher eingeschaltet werden. Für Festperioden wie die Weihnachtszeit oder für touristische Gebiete gibt es Ausnahmeregeln.

 

Der Beschluss soll primär zur Stromeinsparung beitragen. Die französische Umweltministerin betont, dass dem Prinzip "immer mehr Energie verbrauchen, um immer mehr zu produzieren" ein Ende gesetzt werden sollte.

 

Trotz Ausnahmeregeln setzt die Verordnung ein Zeichen und trägt neben der Energieeinsparung auch zu weniger Beeinträchtigung durch Lichtverschmutzung bei. Besonders im urbanen- und Siedlungsrandbereich bildet Geschäftsbeleuchtung die größte Lichtemission.

 

http://orf.at/stories...

 

 

 

Zodiakallicht Wildnisgebiet Dürrenstein

Schutz des Nachthimmels und der Nachtlandschaft

 

Einige Organisationen haben Programme zum gezielten Schutz des Nachthimmels ins Leben gerufen. Die natürliche Nachtlandschaft kann in diesen Gebieten noch wahrgenommen werden. Lebensräume, Flora und Fauna sind unbeeinflusst von Kunstlichtern. Ein natürlich dunkler Sternenhimmel, der Schein des Zodiakallichtes und sogar des Gegenscheins können in derartigen Regionen beobachtet werden.

 

Um so einen eindrucksvollen Nachthimmel zu bewahren, wird nur notwendige und gezielte Beleuchtung eingesetzt. Das Farbspektrum im orangen bis warmweißen Bereich sorgt dafür, dass so wenig Streulicht wie möglich emittiert.

 

Die "Star Light" Initiative weist Sternenlicht-Reservate aus. Erfordernisse sind je nach Schutzzweck - z.B. Schutz astronomischer Beobachtung, von Kulturerbe oder Natur- und Landschaft - verschieden. Die us-amerikanische Oranisation "International Dark Sky Association" (IDA) hat mehrere Standorte in den USA ausgezeichnet. Doch auch in Europa, in Großbritannien und Ungarn, wurden von der IDA "Dark Sky" Gebiete zertifiziert.

 

In Österreich werden in der Gemeinde Großmugl und im Ostalpinen Raum (Wildnisgebiet Dürrenstein, Nationalpark Kalkalpen und Gesäuse) Sternenlicht-Reservate angestrebt. In Deutschland sind in einigen Schutzgebieten, wie z.B. im Biosphärenreservat Rhön oder Schwäbische Alb, Lichtschutzgebiete geplant.

 

Sternenlicht-Reservate oder Lichtschutzgebiete sind auch aus touristischer Sicht interessant, sie können zukünftig verstärkt von nachhaltigem Tourismus profitieren. Insbesondere in den Zentralalpen gibt es Bereiche, in welchen der Anblick des Sternenhimmels in klaren Nächten atemberaubend ist.

 

http://sternenweg-grossmugl.at

PDF (Project Nightflight, Star Walk)

PDF (Resolution der Gemeinde Großmugl)

http://www2.astronomicalheritage.org/images/astronomicalheritage...

http://www.hotel.de/blog/duerrenstein-grossmugl/

http://www.lichtverschmutzung.de/seiten/sternenparks.php

http://www.starlight2007.net/

http://whc.unesco.org/en/astronomy/

 

 

 

Gesetz gegen Lichtverschmutzung in Südtirol

 

Im Jahr 2011 wurde in Südtirol ein Gesetz gegen Lichtverschmutzung erlassen. Kriterien für Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung im öffentlichen Bereich wurden ausgearbeitet. Gemeinden müssen nun ein Konzept zur stufenweisen Anpassung der Außenbeleuchtung an vorgegebene Kriterien erstellen. Wesentliche Ausführungsbestimmungen wären:

  • Es dürfen ausschließlich Full-Cut-Off Leuchten eingesetzt werden (maximal 0,49 cd/1.000 lm im oberen Halbraum).
  • Leuchtmittel müssen energieeffizient sein (Lichtausbeute mindestens 70 lm/W) und einen geringen UV- und Blauanteil im Spektrum aufweisen (Farbtemperatur maximal 4.000 Kelvin).
  • Die in den Normen geforderten durchschnittlichen Mindest-Leuchtdichten auf Flächen dürfen nicht überschritten werden.
  • Außenbeleuchtungsanlagen müssen zwischen 24 und 6 Uhr um mindestens 30 Prozent reduziert werden.
  • Beleuchtungen in Hanglagen müssen talseitig abgeschirmt sein.
  • Schilder dürfen nur von oben nach unten beleuchtet werden und sind zwischen 24 und 6 Uhr abzuschalten.
  • Projektionsscheinwerfer bzw. Skybeamer sind verboten.
  • Gebäudeanstrahlungen dürfen eine maximale Leuchtdichten von 2 cd/m2 aufweisen und sind um 24 Uhr (Winter) bzw. 1 Uhr (Sommer) abzuschalten.

Ausnahmeregelungen gelten beispielsweise für die zeitlich begrenzte Weihnachtsbeleuchtung mit einer Dauer von maximal 60 Tagen.

 

 

 

Demontage alter Kandelaber-Leuchten

Umstellung der Straßenbeleuchtung in Mutters

 

Die Gemeinde startete 2011 mit den ersten Planungsschritten zur Erneuerung der öffentlichen Beleuchtung. Bisher waren großteils Kandelaber-Leuchten mit Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (80 und 125 Watt) aus den 1960er-Jahren im Einsatz. Mit Unterstützung der IKB stellte Mutters ihre gesamte Straßenbeleuchtung - 267 Lichtpunkte - auf LED-Technologie um.

 

Dabei fiel die Wahl auf eine Full-Cut-Off Leuchte mit 34 bzw. 46 Watt und neutralweißer Farbtemperatur (4.000 Kelvin). Die neue Leuchte spart Strom und Betriebskosten. Ihr Licht ist gerichtet und verursacht weniger Aufhellung des Nachthimmels, auch weniger Insekten werden angelockt.

 

 

 

Modellstadt Augsburg

 

In Deutschland ist Augsburg Modellstadt für umweltfreundliche Beleuchtung. Bereits in den 90er Jahren wurden Quecksilberdampf-Hochdrucklampen gegen die verträglicheren Natriumdampf-Hochdrucklampen getauscht. Mittlerweile werden diese durch energiesparende LEDs ersetzt.

 

Die Dauer und Intensität der Beleuchtung wird genau auf die Umgebung, den Verkehr und die Jahreszeit abgestimmt. "Die Kunst und unsere Aufgabe ist es, das Licht nur dort einzusetzen, wo es notwendig ist; so viel Licht wie nötig, und so wenig wie möglich lautet unser Motto", so Sandor Isépy, der Leiter der öffentlichen Beleuchtung.

 

Die Bemühungen tragen Früchte: weniger Stromverbrauch, Ausgaben und tote Insekten und mehr Gesundheit, Wohlbefinden sowie ein klarer Blick in die Sterne.

 

 

 

Schulweg Moos

Umstellung der Beleuchtung "Schulweg Moos" in der Stadt Salzburg

 

Die Beleuchtung eines Geh- und Radweges durch ein Naturschutzgebiet zum Schulzentrum Moosstraße wurde auf hocheffiziente LED Leuchten mit Nachtabsenkung umgestellt. Bestehende Quecksilberdampf-Hochdrucklampen mit einem Wirkungsgrad auf der Verkehrsfläche von unter 10 Prozent wurden in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde der Stadt durch LED-Leuchten mit warmweißer Lichtemission und wesentlich besserer Lichtlenkung ersetzt. Der Streulichtanteil konnte dadurch stark verringert werden.

 

Die Stadt Salzburg tauscht bis 2017 rund 3.100 veraltete Quecksilberdampf-Hochdrucklampen in der Straßenbeleuchtung aus. Ersetzt werden diese zum Großteil durch LED-Technik. Neben dem "Schulweg Moos" wird der Einsatz verschiedener LED-Leuchten im Bereich des neuen Wilhelm-Kaufmann-Steges, am Franz-Josef-Kai, in der Leopoldskronstraße, im Kreuzhofweg, sowie im Lehener und Gnigler Park erprobt. Dabei sollen die Lichtqualität, der Einsatz unter den rauhen Netzbedingungen, der Lebenszyklus und die Wartunganforderungen getestet werden.

 

 

 

Liechtenstein macht Licht aus

 

Alle Gemeinden Liechtensteins schalten in den ersten beiden Monaten 2012 rund ein Drittel der Straßenlampen aus. In drei der elf Gemeinden bleibt die Beleuchtung zwischen 00:30 und 05:30 Uhr nur in einigen Hauptstraßen an. Die Gemeinde Planken macht gar alle Lichter aus. Vor rund zwei Jahren haben die ersten Gemeinden die Nachtabschaltung eingeführt. Bewährt sich das Experiment, schaltet zukünftig das ganze Land das Licht aus.

 

Das Fürstentum Liechtenstein experimentiert zu Vogelschutz, Energieeffizienz und öffentlicher Sicherheit. Das Alpenrheintal ist eine wichtige Routen für Zugvögel. Sie ziehen vor allem in der Nacht und durch das Licht werden die Vögel gestört. Nicht gefährlich ist die reduzierte Beleuchtung für den Menschen. Liechtensteins Polizei bestätigt, dass die Kriminalität nicht zunimmt.

 

PDF (LGU-Informationen zur Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung)

 

 

 

Weihnachtserleuchtung statt Weihnachtsbeleuchtung

 

Die e5-Gemeinde Mäder in Vorarlberg verzichtet ganz bewusst auf weihnachtliche Beleuchtung kommunaler Gebäude.

 

Mit der Aktion "Weihnachtserleuchtung statt Weihnachtsbeleuchtung" rief sie außerdem die Bevölkerung und Gewerbetreibenden auf, unnötige Beleuchtung wegzulassen und das gesparte Geld auf ein speziell dafür eingerichtetes Konto zu spenden.

 

"Unsere Aktion brachte einen Erlös von 3.615 Euro, damit wurden in Kirgistan drei Häuser saniert und mit einer energieeffizienten Heizung ausgestattet", so Ing. Rainer Siegele, Bürgermeister von Mäder (Schnetzer in Amt der Vorarlberger Landesregierung, 2008).

 

 

 

Umstellung der Beleuchtung in Laibach

 

Slowenien hat ein umfassendes Lichtverschmutzungs-Gesetz, welches jedoch nahezu keine lichttechnischen Grenzwerte enthält, sondern im Sinne des Energiesparens ausschließlich nur Leistungsangaben als Grenzwerte festlegt. Voll abgeschirmte Leuchten werden darin jedoch ausdrücklich empfohlen.

 

Im folgenden Bild zu sehen ist ein Straßenzug in Laibach: links mit Standardleuchten, rechts nach der Umrüstung auf Full-Cut-Off Leuchten. Das Ergebnis ist weniger Streulicht und Blendung sowie eine bessere Ausleuchtung der Straße.

 

Straßenzug mit Standardleuchten
Straßenzug mit Full-Cut-Off Leuchten

 

 

Lanserstraße nach der Umrüstung

Umstellung der Beleuchtung in Igls

 

Im Zuge der Teilerneuerung der Lanserstraße in Igls im Jahr 2007 wurde auch die öffentliche Beleuchtung erneuert.

 

Natriumdampf-Hochdrucklampen in Full-Cut-Off Leuchten mit planer Wanne, hochwertigen Reflektoren und geschlossenem Gehäuse beleuchten nun den Straßenbereich.

 

Die Beleuchtungsintensität wird mittels Nachtabsenkung durch ein digitales Leistungsreduzierrelais dem Bedarf angepasst. Mit dieser Anlage sind langfristig geringe Betriebs-, Wartungs- und Instandhaltungskosten garantiert.

 


Werte Leser, die "Leuchtenden Beispiele" sind nicht vollständig. Bitte informieren Sie mich, wenn Ihnen positive Beleuchtungsbeispiele bekannt sind. s.suchy@tiroler-umweltanwaltschaft.gv.at