Schipistenbeleuchtung Semmering-Hirschenkogel

Beleuchtete Schipisten in Österreich

 

In unseren Breiten stellen energieintensiv beleuchtete Schipisten eine Attraktion dar. Häufig wird über die gesamte Wintersaison, 4-6 Tage die Woche, stundenlang der Schnee bestrahlt. Dieser reflektiert das Licht in das weite Umfeld.

 

Die Beleuchtung von Pisten und Lifttrassen muss begrenzt werden. Oftmals wird scheinbar zu Werbezwecken Sommer und Winter über die Betriebszeiten hinaus beleuchtet.

 

Schipistenbeleuchtung ist nicht nur sehr energieaufwändig, sondern kann neben der Störung von Anrainern auch Barrierewirkungen, Vertreibungseffekte sowie die Beeinträchtigung der Ruhephase von Wildtieren verursachen. Negative Auswirkungen können eingedämmt werden, mehr dazu unter Sportstättenbeleuchtung >>

 

Beispielhaft wäre hier die Pistenbeleuchtung des Schigebietes Semmering-Hirschenkogel genannt. "Aufgrund ihrer hohen Lage wird der Lichtkegel in weitem Umkreis bis zu 50 Kilometer gesehen. Das in einem Gebiet, welches ansonsten relativ finster ist und gerne von Hobbyastronomen genutzt wird", so Dr. Walter Koprolin, Astronom und Astrofotograf.

 

 

 

Grelle LEDs

 

Im Bild sticht die neue Beleuchtung des Türkenschanzparks in Wien-Währing sprichwörtlich ins Auge.

 

Energiesparende LEDs mit "neutralweißer" Lichtfarbe (4.000 Kelvin) und eher geringer Insekten-Anlockwirkung kommen zum Einsatz.

 

Die Leuchtenkonstruktion bzw. die Reflektoren verursachen jedoch eine massive Blendung. Das bläuliche Licht bewirkt eine ungemütliche Atmosphäre, den malerischen Namen "Altstadt" hat die Leuchte wahrlich nicht verdient. Übrigens ist es direkt unter der Leuchte beinahe ganz finster. Durch die starke Blendung ist nicht erkennbar, dass sich dort eine Person befindet.

 

 

Vogelfalle Post-Tower

 

Auf dem 160 m hohen Hochhaus in Bonn wird mit Leuchtstoffröhren und Strahler mit einer durchschnittlichen Gesamtleistung von 75 kW nicht nur wertvolle Energie verpulvert, auch zahlreiche Vögel wurden bereits Opfer des Gebäudes (Hüppop in Posch, Freyhoff & Uhlmann, 2010).

 

Eine Studie von Heiko Haupt untersuchte von Oktober 2006 bis November 2007 die Auswirkungen der Beleuchtung des Post-Towers. Dabei wurden über Tausend Vögel aus 29 Arten angelockt, ca. 200 davon wurden durch Kollision sofort getötet, weitere verletzt (Haupt, 2008).

 

Beobachtungen im Herbst 2009 haben ergeben, dass mehr als 90 Prozent aller Vögel beim Durchfliegen des über dem Dach befindlichen Lichtkegels Verhaltensauffälligkeiten wie Kreisflug, Umkehrflug, Richtungsänderung, Geschwindigkeitsreduzierung und ungerichteten Flug zeigen (Haupt & Schillemeit, 2011).

 

 

Hotel in Monument Valley

 

Die einzigartige Nachtlandschaft von Monument Valley in Arizona wird durch die Überbeleuchtung eines Hotels gestört.

 

Noch vor zehn Jahren war die Lichtverschmutzung im Umkreis noch viel kleiner, wie Fotos von Wally Pacholka (AstroPics.com) deutlich zeigen.

 

Monument Valley vor zehn Jahren
Monument Valley aktuell, 2012

 

 

Mit Glühbirnen bestückter Maharadscha Palast

Illuminierter Maharadscha Palast

 

In der südindischen Stadt Mysore findet jeden Sonntag ein Spektakel der besonders "erleuchteten" Art statt.

 

Nahezu 100.000 auf der Fassade installierte Glühbirnen werden angefeuert und der verschwenderische Maharadscha Prunk für eine Stunde zelebriert.

 

 

 

 

Werte Leser, der "Helle Wahnsinn" ist (leider) nicht vollständig. Bitte informieren Sie mich, wenn Ihnen negative Beleuchtungsbeispiele bekannt sind. s.suchy@tiroler-umweltanwaltschaft.gv.at